Samstag, 26. August 2000

6 Uhr 30

Schon in den frühen Morgenstunden herrschte reges Treiben in der gesamten Stadt.

Sollte das bunte Treiben pünktlich um 11:00 Uhr beginnen, galt es nun
ersteinmal die Spuren vom Vorabend zu beseitigen.

Aus aller Mund war zu hören:
War das nicht toll gestern Abend?,
war doch kein Wunder bei solch schönem Wetter,
kam die Antwort.
Und wenn das Heute wieder so wird,
(und es wurde),
kann ja nichts mehr schief gehen.

 

7 Uhr 30

Auf allen Festplätzen wurde gewerkelt und eingerichtet.

Sollte das Fest am Samstag um 11:00 Uhr beginnen, so leisteten tausende von Gästen schon vor Einlaß Ihren Maut, um vom vielversprechenden Treiben nichts zu verpassen.

 

Die große Jubiläumsdisco am Abend in der Stadthalle übertraf alle Erwartungen.

 

Mit einem ökumenischen Dankgottesdienst im Park des Friedrich Spee Gymnasiums begann der Sonntag um 9 Uhr 30.

 

Unter großem Beifall und viel Applaus schlängelte sich ein Oldie Treckerkorso mit über hundert Exponaten durch die Stadt.

Die Festplätze am Samstag und Sonntag

Die Rüthener Kindergärten hatten die Kleinsten zum Spiel und mit Darbietungen für die Großen in die Stadthalle eingeladen.

So herrschte an allen Festtagen in der gesamten Innenstadt ein buntes kostümiertes Treiben, welches seines gleichen sucht.

Klosterweg / Klostergarten

...waren so mit Leben erfüllt, als wenn in dem ehrwürdigen Gemäuer noch heute in alter Form gelebt würde.

Mönche und Nonnen versorgten hier den Gast mit nach alten Rezepten zubereiteten Speisen und Getränken.

Forstwirtschaft, Jagt, Imkerei und Kräutergarten gaben Einblick in das frühere klösterliche Leben.

Eine mittelalterlich gedeckte, von duftenden Rosen umgebene Festtafel lud mitten im Klostergarten, aufgebaut zum Festschmaus, ein.

Niedere Straße / Seilerweg /

Ritterstraße / St. Johannes-Kirche

Gekonnt und mit viel Liebe zum Detail, hatten hier die Anwohner mit ihren Helfern im Schatten der Kirche historischer Fachwerkhäuser und Buden ein Museumsdorf erstellt, in dem der Betrachter in das 18. Jahrhundert zurückversetzt wurde.

 

Neben alten Handwerkskünsten, wie original Blaufärben, Ketten schmieden, Seile drehen und Kaffee rösten, gehörte das Land und Forstwirtschaftliche Leben zu den Attraktionen dieses Festplatzes.

Das zuvor in Handarbeit, mit alten Gerätschaften geschnittene, mit Pferd und Ackerwagen eingefahrene Getreide, wurde mit ebenso alten wie museumsreifen Maschinen ausgedroschen.

 

Vor der Kirche gedachte man im Schauspiel der Pest und ihrer Folgen. Die heute noch jährlich abgehaltene Lobeprozession wurde nach alten Überlieferungen dargestellt.

Die Kirche selbst war ein sakrales Museum. Wertvolle Kostbarkeiten und alte Dokumente bekundeten Rüthener Traditionen.

 

Hochstraße / Marktplatz / Derehamplatz /
Kirchplatz St. Nikolaus

Mittel- und Ausgangspunkt allen Treibens war der Marktplatz mit einer dreistufigen Bühne, auf der an allen Tagen im ständigen Wechsel Veranstaltungen geboten wurden. Volkstanz, Ritterspiel, Musik und Gesang. Mit Pauken und Trompeten trafen die Bürger der Ortsteile hier ein. Nicht nur um das Stadtjubiläum, nein um gleichzeitig 25 Jahre Großgemeinde Rüthen zu feiern.

Die Hochstrasse erinnerte mit Ihren Verkaufsständen an die alte Rüthener Hanse.

...Rund um die Nikolaus-kirche und unter dem Schutz des Schutzpatrons der Stadt, dem hl. Nikolaus, hatten die Handwerker ein ganzes Dorf aufgebaut, in dem Meister und Gesellen ihre Handwerkskünste dar-stellten.

Ein historisches Klassen-zimmer und Dokumenta-tionen über die Rüthener Schulen bekundeten von alter Rüthener Schultradition.

 

 

Edelleute, in selbst geschneiderten Kostümen, zogen bei den Modeschauen auf den Festplätzen und in den Straßen Rüthens, nicht nur wegen der Farbenvielfalt das Augenmerk auf sich, nein, die dazugehörige mittelalterliche Begleitmusik rundete diese einmalige Darbietung ab.

 

Abgerundet wurde das Stadtfest nicht nur durch Darbietungen der vielen Akteure in ihren alten Kostümen, sondern durch die freiwilligen Helfer die sich uneigennützig für die Festbewirtung in den Imbißständen und Cafés zur Verfügung gestellt hatten.

Die vielen Musikanten aus der gesamten Großgemeinde, die befreundeten Musiker aus der Partnerstadt Dereham/England, die Hansesänger aus Deventer/Niederlande, die "Salut" schiessenden Schützen aus der Partnerstadt Egeln/Sachsen-Anhalt und die Gäste des städt. Gymnasiums aus Lettland in ihrer Tracht gaben den Stadtfest eine besondere Note.

 

Selbst der am Nachmittag einsetzende Regen konnte viele der Besucher nicht davon abhalten, bis zum festlichen Glockengeläut, dem Schlußakt des Stadtfestes beizuwohnen.

So wird dieses Stadtfest den Rüthenern und den vielen Gästen in schöner Erinnerung bleiben.

Der gelungene Bildband: 800 JAHRE STADT RÜTHEN " Stadtfest "
von Friedrich Vorsthoven
ist beim Herausgeber Volksbank Rüthen eG erhältlich.